SPD-Ratsfraktion

Kö-Bogen:

Stadtspitze betreibt Freimachung von
Baufeldern statt Planung von Freiraum

„Noch vor einem Jahr wurde bei der großen Präsentation der Oberflächengestaltung Kö-Bogen der südliche Teil der Tuchtinsel als Grünfläche dargestellt. Jetzt stellte OB Elbers auf der MIPIM in Cannes an dieser Stelle plötzlich ein 15-geschossiges Hochhaus vor, das so im rechtsverbindlichen Bebauungsplan nicht vorgesehen ist. Da ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens für ein neues Hochhaus in der Innenstadt, um den steigenden Kosten neue Einnahmen entgegensetzen zu können“, erklärt Bürgermeisterin Gudrun Hock, Mitglied im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung.

Markus Raub, Vorsitzender der SPD-Fraktion, bestätigt: „Die im B-Plan vorgesehene Bebauung für die Tuchtinsel orientierte sich bisher ausschließlich an den Bestandsgebäuden und passte sich der Umgebung in Höhe und Gebäudeform an. Fünfzehn Geschosse haben allerdings eine ganz andere Auswirkung auf die Umgebung.“

Aus Sicht der SPD-Ratsfraktion wird damit klar, dass das Projekt Kö-Bogen nicht der Schaffung von erlebbaren öffentlichen Räumen mit hoher Aufenthaltsqualität, sondern einzig und allein der Baufeldfreimachung für finanzkräftige Kapitalanleger dient, die jetzt zur Refinanzierung der überdimensionierten Verkehrsanlagen dienen soll.

„Offensichtlich beflügeln steigende Baukosten und die damit verbundene Belastung des städtischen Haushaltes jetzt die Phantasie für neue Einnahmequellen. Da macht die Erweiterung des Spielraums für Bebauungsvarianten durchaus Sinn. Unter stadtplanerischen Gesichtspunkten verbietet sich jedoch eine Hochhaus-Bebauung an dieser Stelle, schon allein mit Blick auf Schauspielhaus und Drei-Scheiben-Haus“, so Gudrun Hock.

Markus Raub, der auch stellvertretender Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses ist, kritisiert zudem, dass die Politik nicht über die Planung informiert worden sei: „Der OB hätte gut daran getan, seine hochfliegenden Vorstellungen vor einer Präsentation auf der MIPIM zuerst einmal den Mitgliedern des Planungsausschusses vorzustellen. Wir erwarten nun, dass dieses Versäumnis nachgeholt wird und dem zuständigen Gremium Gelegenheit gegeben wird, den Vorstoß des OB kritisch zu überprüfen.“