Einmischen!

Hallo Flingern

Flingern soll barrierefrei werden. Ein Anspruch, der sicherlich nichts mit Lu-xus, sehr viel allerdings mit Lebensquali-tät zu tun hat. Wer kann dies besser beurteilen, als die Betroffenen selbst. Deshalb haben wir als SPD gemeinsam mit der Bürgerinitiative Flingern-Süd im vergangenen Sommer zu einem gemeinsamen Stadtrundgang aufgerufen: „Flingern wird barrierefrei!“

Viele kamen, Mütter mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren, seh- und gehbehinderte Bürgerinnen und Bürger aus Flingern, aber auch Medienvertreter und Mitarbeiter der Fachverwaltung waren aktiv dabei. Die Probleme des Stadtteils wurden während des Rundgangs schnell offensichtlich: Zu hohe Bordsteinstufen, mangelhafte Straßenüberwege, zu enge Bürgersteige, Stufen mitten auf Wegen, fehlende Bänke, keine öffentlichen Toiletten. Die Liste wurde lang, der Veränderungsbedarf deutlich. Der Aufenthalt auf öffentlichen Wegen und Straßen in Flingern ist für viele Bürger anstrengend, gefährlich, belastend.

Aus all den Vorschlägen und Wünschen der Betroffenen unseres Rundgangs wurde ein bürgernaher Antrag für den Ordnungs- und Verkehrsausschuss gefertigt. Aber, nicht zu glauben, CDU und FDP lehnten diesen Antrag für ein barrierefreies Flingern ab. Ein wesentliches Argument: Dies bedeute eine unzulässige Privilegierung von Flingern gegenüber anderen Stadtteilen. Flingern und politische Privilegien, hier spricht nicht nur Unwissen, sondern schwarz-gelbe Arroganz! Aber, von Schienbeintretern sollten wir uns in Flingern nicht aufhalten lassen. Also: Viele Gespräche führen, Mut machen, Anfragen und Anträge schreiben und schließlich auch „etwas Glück“ haben. Konkret: Durch Initiative der beteiligten Fachverwaltung konnten inzwischen Wege neu markiert werden (Gerresheimer-, Behrenstrasse), Stufen wurden abgebaut  (Kettwiger Straße), Markierungen und Überwege neugestaltet (siehe Kreisverkehr Langer-, Mettmanner Straße).

Verschiedene Anfragen und Anträge sind in der Bezirksvertretung 02 neu gestellt (Fußgängerüberwege, Geschwindigkeitsreduzierungen), andere in Vorbereitung und auf den Weg gebracht. Auch bei der Neugestaltung der Birkenstraße konnte gegen den Willen der Amtsleitung (!), diesmal sogar mit allen Fraktionen gemeinsam, eine barrierefreie Haltestelle Birkenstraße/Dorotheenplatz durchgesetzt werden. Und schließlich, ganz aktuell, wird vom Ordnungs- und Verkehrsausschuss beschlossen, insgesamt acht Rheinbahnhaltestellen, davon drei in Flingern, barrierefrei auszubauen: Linie 706 am Dorotheenplatz, am Düsselstrand und auf der Kettwiger / Ecke Erkrather Straße.  Hier konnten sogenannte „Restmittel“ des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr genutzt werden. Insofern das angesprochene Glück, aber schließlich ist Fortuna ein Ur-Flingeraner Name!

Dass ich mich hierüber sowohl als Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses, als auch als Ratsherr für Flingern besonders freue, darf sicherlich erwähnt werden! Das Wichtigste: Es lohnt sich, gemeinsam mit den Betroffenen aktiv zu werden. Deshalb freue ich mich auf weitere Aktivitäten mit den Flingeraner Bürgerinnen und Bürgern und ihren Initiativen – wie gesagt, Flingern soll barrierefrei werden, und da bleibt noch viel zu tun!


Mit freundlichen Grüßen


Ihr Martin Volkenrath

Ratsherr für Flingern